Erstmals Anerkennungszeugnisse an indische Pflegefachkräfte verliehen
Über 90 Prozent der neuen Kolleginnen bestanden die Prüfungen im ersten Anlauf
Rostock – In einer feierlichen Zeremonie in der Bildungsakademie hat die Universitätsmedizin Rostock erstmals Anerkennungszeugnisse an acht indische Pflegefachfrauen verliehen. Damit bestanden mehr als 90 Prozent der ausländischen Fachkräfte die mündlichen und praktischen Prüfungen in den vergangenen Wochen, was deutlich überdurchschnittlich ist. Zusätzlich zu den neuen indischen Kolleginnen konnten auch eine Ukrainerin, eine Russin und vier Vietnamesinnen das einjährige und intensive Anerkennungsprogramm erfolgreich abschließen.
„Mit diesem Abschluss schreiben wir ein neues Kapitel der Internationalisierung in der Pflege. Unsere internationalen Fachkräfte haben Großes geleistet – sowohl in ihrer Ausbildung als auch bei der Integration in die Arbeitsteams und unser gemeinsames Leben in Rostock. Ohne die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Rostocker Stadtamt, dem Migrationsamt und der Bundesagentur für Arbeit wäre ein reibungsloser Ablauf bei der Beschäftigung ausländischer Fachkräfte nicht möglich gewesen“, erklärt Annett Laban, Pflegevorstand der Universitätsmedizin Rostock.
Die Absolventinnen aus Indien haben im Herkunftsland bereits ein Pflegestudium sowie mehrjährige Berufserfahrung in der Kardiologie absolviert. Sie wurden in einem einjährigen Anerkennungsprogramm auf die Kenntnisprüfungen vorbereitet, das auf einer engen Zusammenarbeit mit Lingoda als Sprachschule basiert und auch die Vermittlung der theoretischen Inhalte für die Vorbereitung auf den mündlichen Anteil der Kenntnisprüfung umfasst. Gleichfalls wurde mit der Berufsfachschule Greifswald GmbH eng kooperiert. „Die Integration beginnt mit der Sprache und endet nicht mit dem Bestehen der Prüfungen. Unser Ansatz ist es, die Fachkräfte ganzheitlich zu begleiten – von der Ankunft in Deutschland bis zur Unterstützung bei der sozialen Integration,“ betont Caren Erdmann, Referentin des Pflegevorstands und Leiterin des Integrationsmanagements. „Die Erfahrungen aus den vergangenen Jahren zeigen: Mit der richtigen Unterstützung bleiben die meisten Fachkräfte dauerhaft in Rostock und bereichern unsere Teams nachhaltig.“
Die sprachliche und fachliche Begleitung sowie die Vorbereitung auf die Prüfungen erfolgten durch das Team um Hannes Warning. „Sprache ist der Schlüssel zur Integration, und Integration ist der Schlüssel zur Sprache. Neben der fachlichen Ausbildung legen wir großen Wert auf die soziale Eingliederung, damit sich die Fachkräfte hier wirklich zuhause fühlen,“ so Warning, der Praxisanleiter International und interkultureller Trainer ist. Er ergänzt, dass der Erfolg nicht zuletzt auch den Mitarbeitenden in den Stationsteams zu verdanken ist: „Ein großer Dank geht an alle Kolleginnen und Kollegen, die mit viel Engagement und Offenheit den Neustart unserer Fachkräfte unterstützt haben.“
Die Inderin Rintu Varghese, die nun ihre Anerkennung als Pflegefachkraft in den Händen hält, teilt ihre Freude: „Ich bin sehr glücklich und dankbar, dass ich die Möglichkeit hatte, hier in Rostock meine Anerkennung zu machen. Es war nicht immer leicht, aber ich habe mich von Anfang an unterstützt gefühlt. Jetzt freue ich mich darauf, Teil des Teams zu sein.“
Die Universitätsmedizin Rostock hat in den vergangenen Jahren wichtige Strukturen aufgebaut, um die Integration internationaler Fachkräfte zu fördern. Neben den Praxisanleitern International unterstützen auch interkulturelle Coaches die neuen Kolleginnen und Kollegen. Die Universitätsmedizin Rostock sieht die internationale Rekrutierung von Pflegekräften als einen Baustein zur Sicherung des Fachkräftebedarfs und plant, das Programm auch mit anderen Ländern weiter auszubauen.
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